Kategorie: Innovation

eID Login Ausweis

eID: Fehlende Digital-Kompetenzen in der Politik

Der Luzerner Regierungsratsrat hat sich am Montag für das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (eID-Gesetz) ausgesprochen. Damit offenbart auch der Luzerner Regierungsrat kaum Weitsicht und wenig Gespür für die digitale Transformation. Zudem schleust er damit Steuergelder in private Unternehmen.

Man muss leider feststellen, dass der digitale Raum nicht nur für viele Unternehmer, sondern auch für diverse Politiker, weiterhin fremd ist. Sie bewegen sich unbeholfen und kaum reflektiert. Natürlich muss der Kanton Luzern oder der Schweizer Staat kein IT-Unternehmen werden. Unsere Nachbarkantone zeigen aber seit einigen Jahren immer wieder deutlich auf, dass Digitale-Projekte zum Nutzen der Bevölkerung und zum Vorteil des Kantons unter seiner Federführung erfolgreich umgesetzt werden können.

Die kantonale eID

So hat die Stadt Zug letzte Woche ihren Einwohnerinnen und Einwohnern E-Government-Angebote auf einer neuen App zugänglich gemacht. App-Nutzer identifizieren sich dabei über das kantonale Zuglogin, mit dem man sich neben Behörden auch bei Dritten digital rechtsgültig ausweisen kann. Bereits sehr früh hat man also erkannt, dass e-Government nur konsequent betrieben werden kann, wenn man alle wichtigen Prozesse unter einem Dach hält und direkt anbietet. Der Regierungsrat des Kanton Luzern scheint diese Chance nicht zu verstehen oder zu vernachlässigen. Dies zum Nachteil der Bürger und des Standorts.

«Schliesslich ist E-Government eine Kernkompetenz jeder Behörde und keine Dienstleistungen wo private Unternehmer Einblick, geschweige denn ein Geschäftsmodell ermöglicht werden soll.»

Der Bund an der Seitenlinie

Nach langem hin- und her hat sich National- und Ständerat darauf geeinigt, dass die e-ID jedes in der Schweiz ansässige private Unternehmen, jede einzelne Gemeinde oder jeder Kanton, herausgeben darf. Der Bund wurde dabei allerdings explizit ausgeschlossen und kann höchstens dann eingreifen, wenn alle Stricke reissen. Wie er dann aus dem Stand eine Lösung präsentieren soll, bleibt ein Rätsel. Da scheint also das Lobbying der Krankenkassen, Medien, Banken und Versicherungen offensichtlich ganze Arbeit geleistet zu haben.

Datensammlung und hohe Sicherheitsrisiken nur für ein Login?

Nebst der Interoperabilität, welche sicherheitstechnisch höchst kritisch zu betrachten ist, dürfen involvierte Parteien oder Mitglieder eines Konsortiums (wie möglicherweise die Post, UBS, CSS, Apple, Facebook, Alibaba, Swisscom, Blick, o.ä.) Daten bis zu 6 Monate speichern und Nutzungsprofile (Art. 16 Abs 2) erstellen. Die Datenbearbeitung durch Dritte ist nach Art. 10a Datenschutzgesetz (DSG) ausdrücklich erlaubt.

«Nur der Staat als Herausgeber kann die Monetarisierung von Kundendaten verhindern.»

Glaubt man den Befürwortern, dass es sich bei der eID lediglich um ein Login handelt, müsste man spätestens jetzt stutzig werden.

Das Gesetz erlaubt eine Vielzahl von IdP (Identitätsprovider) und somit muss eine mehrfache Interoperabilität gewährleistet werden. Das kann nur gelöst werden, indem Daten untereinander ausgetauscht werden. Um wirtschaftliche Interessen zu bedienen hat man also einen Rahmen geschaffen, der eine enorm hohe Komplexität aufweist und per Definition mehrere Schwachstellen und somit Sicherheitsrisiken aufweist. Von den hohen Kosten ganz zu Schweigen…

3D Druck Digitalisierung Miele

Wow, so geht Miele mit 3D Druck um und transformiert sich weiter!

Das Zubehör und Ersatzteilgeschäft erwirtschaftet für viele Herstellern einen wesentlichen Anteil am Umsatz und Deckungsbeitrag. Dieses daher immer weiter zu entwickeln liegt auf der Hand. Nun hat Miele als weltweit erster Hausgerätehersteller eine Serie von 3D-druckbaren Zubehördaten öffentlich bereit gestellt. (Für Fused Layer Modelling Drucker, kurz FLM-Drucker.)

Weiter lesen

Digitalisierung Buchtipp: Lead & Disrupt – insbesondere für die Industrie

Die Digitalisierung fordert die Führung ganz speziell. Gerade bei etablierten Unternehmen führt es immer wieder zu Spannungen, weil man einerseits kostenoptimiert agieren will/muss, andererseits aber Raum für neues Schaffen muss. Sie kennen das: Um 08.30h eine Sitzung mit dem Team das ein klares Kostenkorsett erhalten hat und gleich im Anschluss „die Digitalen“ welche mit Fachwörter umsich werfen und mehr Budget verlangen. Das zerreisst!

Buchtipp zu diesem Spannungsfeld in der Digitalisierung

Da Unternehmen einerseits einer technologischer Diskontinuität und disruptiver Konkurrenz ausgesetzt sind, andererseits (gleichzeitig) gilt es das bestehende Geschäft zu sichern. Es entstehen somit zwangsläufig Widersprüchlichkeiten. Wie man damit umgehen kann, haben die Autoren in diesem Buch mit guten Beispielen erläutert.

Hier eine kurze Video-Zusammenfassung vom Autor (in Englisch):

Weiter lesen

Alles schon mal da gewesen!

Parallelen zwischen der digitalen Transformation der Gegenwart und der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Es geht nicht darum die aktuellen Entwicklungen als „Hype“ abzutun oder klein zu reden. Jedoch aus einer etwas anderen Perspektive zu betrachten. Ich finde, dass man aufgrund der Halbwertszeit digitaler Technik und digitalen Wissens durchaus kritisch hinterfragen sollte, inwiefern man als Führungskraft in der Lage sein muss diesen Zyklen zu folgen.

Dieses Zitat aus dem Magazin BrandEins finde ich sehr treffend:

(…) „aus historischer Perspektive erkennt man zumindest, dass sich die Muster wiederholen, und das schafft eine heilsame Distanz. Es schützt vor Panik – und ebenso vor einer Internet-Hysterie, die so tut, als hätte jeder, der nicht im Kapuzenpulli durchs Silicon Valley läuft, den Kontakt zur Gegenwart verloren. Das ist genauso schräg wie die Angst vor einem neuen Totalitarismus. Bei jeder Gelegenheit Disruption zu rufen, zeugt vor allem von einer gewissen Ignoranz hinsichtlich historischer Entwicklungen. Ich halte den Begriff für sträflich unterkomplex. Wir erleben nicht den einen, großen Bruch, sondern vielfältige Transformationsprozesse.“ (…) 

Das gesamte Interview mit dem Historiker Andreas Rödder finden Sie hier:

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2016/digitalisierung/alles-schon-mal-da-gewesen

Neuer Vertriebskanal mit Sharing Economy erschliessen

Sharing Economy gehört zu den grossen Megatrends. Seit Mai 2017 können die Einwohner von Stockholm diverse Gartengeräte von Husqvarna mieten. Dieser Pilot wird bis Ende Oktober 2017 durchgeführt. Mittels einer App reserviert man sich das entsprechende Gerät und holt es bei der Box (siehe Bild oben) ab. Pro Tag kostet ein Gartengerät somit 350 SEK (ungefähr 36 EUR/ 38 CHF).

Sharing Economy

Damit springt Husqvarna nicht nur auf den Trend der Sharing Economy auf, sondern umgeht die „letzte Meile“ (Handel) und erhält so nebst neuen Einnahmen auch neue Informationen (Kundendaten, Einsatzdauer, Gerätebeliebtheit, etc.). Es wurde also mit Hilfe von Sharing Economy nicht nur ein neuer Vertriebskanal erschlossen, sondern auch ein neues Business Modell entwickelt. Insofern ist das ein interessantes Beispiel das auch anderen Firmen zeigt, wie Sie ihr Geschäftsmodell verändern können. Gerne zeigen wir Ihnen in einem Workshop, wie sich Ihr Geschäftsmodell verändern könnte.

Update 2019: In Bern gibt es eine ähnliche Installation von Bosch: https://www.werkzeug-verleih.ch/

Hier ein Video dazu: